Einzelner Richter bewies und beurteilte die Lügen der Regierung, die schon 2020 bekannt waren und bewiesen waren

Symbolbild: Hammer aus freepik, @Racool_studio; Merkel: pixabay, JonasSchmidt1989

Entspricht es den Tatsachen, dass den Regierenden kein Vorwurf für die Verhängung eines Lockdowns Ende März 2020 zu machen ist? Denn zum damaligen Zeitpunkt wäre noch zu wenig über das neue Virus und den Verlauf der Corona-Pandemie bekannt gewesen. War wirklich eine drohende Überlastung des Gesundheitswesens anzunehmen? Zahlreiche Kritiker betonten, dass man um die tatsächlichen Umstände nicht nur hätte wissen können, sondern sogar wissen müssen. Diese Ansicht wurde im Urteil eines Weimarer Amtsrichters bestätigt.

Von Siri Sanning

In seinem Urteil vom 15. März 2021 begründet er detailliert, welche Verfehlungen der Verordnungsgeber hinsichtlich seiner Entscheidungsfindung bereits zu Beginn der „Pandemie“ beging. Auch mit dem damals bereits verfügbaren Wissen war erkennbar, dass keine epidemische Lage nationaler Tragweite gegeben und das Gesundheitssystem sehr weit von einer Überlastung entfernt war. Aus diesem Grund, so sein Fazit, waren Maßnahmen, die eine solche Überlastung verhindern sollten, nicht gerechtfertigt.

Richter, Wissenschaftler und Bundestagskandiaten Ziel staatlicher Repressionen

Seit diesem Urteil wurde sich in Deutschland noch weiter von der Demokratie entfernt, der Weg Richtung Diktatur noch offensichtlicher beschritten. Nicht nur ist es inzwischen möglich, Grundrechtseinschränkungen auch abseits eines Ausnahmezustands bzw. einer epidemischen Lage nationaler Tragweite fortbestehen zu lassen; werden Sitzungsprotokolle, welche die Ahnungslosigkeit von Kanzlerin Merkel bei grundlegenden Parametern der „Pandemie“ belegen, nachträglich gefälscht; empfängt besagte Kanzlerin ausgerechnet jene Richter, welche über die von einer Oppositionspartei gegen sie angestrengte Klage entscheiden, vor der Verhandlung zum gemeinsamen Abendessen.

Inzwischen wird auch offen gegen Richter, Gutachter und Mitglieder anderer Parteien vorgegangen, welche abseits des von der Regierung gewünschten Kurses stehen. Wurde zunächst Familienrichter Dettmar, welcher in Weimar zugunsten von Kindeswohl und gegen staatlich verordnete Maßnahmen an Schulen entschied, Opfer von Hausdurchsuchung und Beschlagnahmung, ereilte ihn wenig später das selbe Schicksal noch einmal – diesmal gleichzeitig mit Wissenschaftlern, Bundestagskandidaten der Partei diebasis und einem Weimarer Richterkollegen. Report24.news berichtete (Diktatur vollendet: Durchsuchungen bei 8 prominenten Maßnahmenkritikern).

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Kontaktverbot ist keine vertretbare Entscheidung

Gegenstand des Verfahrens war ein Verstoß gegen das Kontaktverbot. Ein Mann hatte sich im April 2020 mit seinem Sohn, seiner Lebensgefährtin und seinem Stiefsohn in einem Garten getroffen. Da die vier Personen in vier unterschiedlichen Haushalten wohnten, wurde gegen den Mann ein Bussgeld auf Basis von § 3 Abs.1 ThürSARS-CoV-2-EindmaßnVO verhängt. Er wurde freigesprochen.

Hätte der Verordnungsgeber, so die Begründung, bei Aufwendung der von ihm zu erwartenden Sorgfaltspflicht die zum damaligen Zeitpunkt verfügbaren Erkenntnisquellen entsprechend ausgewertet und eine „sachgerechte und vertretbare Beurteilung des erreichbaren Materials“ vorgenommen, wäre er unabweisbar zu dem Schluss gekommen, dass „eine Überlastung des Gesundheitssystems aktuell und in nächster Zukunft nicht drohte und somit keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden mussten, um eine solche Überlastung zu verhindern.“ Die Frage, ob ein Kontaktverbot ein angemessenes Mittel zur Erreichung dieses Zieles – der Verhinderung der Überlastung des Gesundheitssystems – ist, hätte sich dementsprechend gar nicht gestellt. Für den Richter, der bereits mit einem anderen aufsehenerregenden Urteil von sich reden machte, ist somit die Anordnung eines Kontaktverbots „keine vertretbare Entscheidung.“

Urteil ohne mediale Beachtung

In den Medien fand dieses Urteil trotz seiner umfassenden und akribischen Herangehensweise an eine so einschneidende Begebenheit, den Lockdown, kaum Beachtung. Einen Artikel von Tichys Einblick dazu finden Sie hier: „Urteil aus Weimar: Lockdown im März 2020 war keine ´vertretbare Entscheidung´“.

Zum Urteil mit dem Aktenzeichen 6 OWi 583 Js 20030/21 vom 15. März 2021 gelangen Sie durch Klick auf die rote Textstelle. Im Folgenden werden Auszüge daraus im Wortlaut wiedergegeben (Hervorhebungen durch den Autor, Links durch die Redaktion zur Online-Verwendung umgearbeitet).

All das war Anfang 2020 bereits bekannt:
Das Urteil in Auszügen

Verfassungswidrig, die Menschenwürde verletzend, unverhältnismäßig

19) 2. Der Betroffene war aus rechtlichen Gründen freizusprechen, weil es keinen Bußgeldtatbestand zur Ahndung eines Verstoßes gegen § 3 Abs. 1 ThürSARS-CoV-2-EindmaßnVO gab (III.) und weil die Norm verfassungswidrig und damit nichtig war. § 3 Abs. 1 ThürSARS-CoV-2-EindmaßnVO war verfassungswidrig, weil die Verordnung nicht von einem ordnungsgemäß ermächtigten Verordnungsgeber erlassen wurde (IV.), die Norm gegen das Wesentlichkeitsprinzip bzw. den Parlamentsvorbehalt verstieß (V.), die Menschenwürdegarantie aus Art. 1 Abs. 1 GG verletzte (VI.) und (hilfsweise) jedenfalls ein Verstoß gegendas Verhältnismäßigkeitsprinzip vorlag (VII.).

26) § 3 Abs. 1 ThürSARS-CoV-2-EindmaßnVO ist weiterhin aus formellen Gründen verfassungswidrig, weil die gesetzliche Ermächtigungsgrundlage (§ 28 Abs. 1 Satz 2 i. V. m. § 32 Satz 1 IfSG) hinsichtlich der Regelung eines allgemeinen Ansammlungs- bzw. Kontaktverbotes nicht den Anforderungen des Parlamentsvorbehalts bzw. der Wesentlichkeitsdoktrin genügt.

Keine epidemische Lage nationaler Tragweite

29) Vorliegend ist der maßgebliche Zeitpunkt für die Beurteilung der 26.03.2020. Auch zu diesem Zeitpunkt war mit dem damals verfügbaren Wissen bereits erkennbar, dass keine epidemische Lage nationaler Tragweite bestand.

Kernbereich privater Lebensgestaltung

31) Das für den öffentlichen und privaten Raum geltende Ansammlungsverbot bzw. allgemeine Kontaktverbot verletzt die in Art. 1 Abs. 1 GG garantierte Menschenwürde. Das Gericht hält auch insoweit an der im Urteil vom 11.01.2021 geäußerten Rechtsauffassung fest, dass die Bewertung des allgemeinen Kontaktverbotes lediglich als Eingriff in die Allgemeine Handlungsfreiheit gem. Art. 2 Abs. 1 GG der Schwere des Eingriffs nicht gerecht wird (AG Weimar, aaO, Rn. 31-38). Mit der Regelung, dass Ansammlungen bzw. der Aufenthalt im öffentlichen und privaten Raum nur noch allein, mit einer weiteren haushaltsfremden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Haushalts gestattet ist, die unabhängig davon gilt, ob der oder die Betreffende mit SARS-CoV-2 infiziert und ansteckend oder auch nur ansteckungsverdächtig ist, wird in den Kernbereich privater Lebensgestaltung eingegriffen (vgl. zum Schutz eines Kernbereichs privater Lebensgestaltung durch die Menschenwürdegarantie Maunz/Dürig/Herdegen, GG, Art. 1 Abs. 1 Rn. 90f; BeckOK GG, Epping/Hillgruber, Art. 1 Rn. 27) und ein zum Menschen als sozialem und physischen Wesen essentiell gehörendes Verhalten – der unmittelbare, nicht durch digitale oder andere Medien vermittelte Kontakt und die persönliche Begegnung mit anderen Menschen – einem so weitreichenden Verbot unterworfen, dass, auch unter Berücksichtigung der Ausnahmen in § 3 Abs. 2 bis 4 bzw. § 2 Abs. 2 der Verordnung, gerade noch ein absolutes Minimum an physischen Sozialkontakten erlaubt bleibt. Mit diesem tiefen Grundrechtseingriff, der weder im Nationalen Pandemieplan, noch in den Pandemieplänen der Länder vorgesehen war (s.u. VII. d) und bis März 2020 in Deutschland nie als Mittel des Infektionsschutzes in Erwägung gezogen, sondern erst zu einer realen Option wurde, nachdem China in Wuhan mit einem Lockdown von großer Härte auf das Auftreten des SARS-CoV-2-Virus reagiert und Italien diese Lockdown-Politik „importiert“ hatte, wird ein zuvor als unumstößlich geltendes Tabu staatlichen Handelns verletzt. Diese Tabuverletzung wird übersprungen, wenn nur die Frage gestellt wird, ob dieses staatliche Eingriffshandeln (noch) verhältnismäßig ist (Art. 2 Abs. 1 GG), weil dann das Eingriffshandeln jedenfalls als grundsätzlich legitim betrachtet wird.

Kontaktverbot auch nicht ausnahmsweise menschenwürdekonform

32) Das allgemeine Kontaktverbot ist auch im Hinblick auf den mit ihm verfolgten Zweck (vgl. zur Bedeutung der Finalität Maunz/Dürig/Herdegen, GG, Art. 1 Abs. 1 Rn. 47; AG Weimar, aaO, Rn. 32) der Verhinderung einer Überlastung des Gesundheitssystems nicht ausnahmsweise menschenwürdekonform. Dies käme nach Auffassung des Gerichts allenfalls dann in Betracht, wenn feststünde oder aus Sicht des eingreifenden Staates bei einer evidenzbasierten Beurteilung zumindest sehr wahrscheinlich wäre, dass nur unter Einsatz dieses (im Unterschied zu anderen Maßnahmen in den Kernbereich privater Lebensgestaltung eingreifenden) Mittels und nicht allein mit den bekannten, in den Pandemieplänen beschriebenen infektionshygienischen Maßnahmen (Isolierung Erkrankter, Schließung von Gemeinschaftseinrichtungen, Verbot von Großveranstaltungen etc.), zu denen auch die Information der Bevölkerung und Aufrufe zu freiwilliger (!) Kontaktreduzierung gehören, eine flächendeckende Überlastung des Gesundheitssystems abgewendet werden könnte. Diese Voraussetzung war aber vorliegend nicht gegeben. Auch der Verordnungsgeber wird nicht in Abrede stellen, dass bei der Anordnung des Kontaktverbotes hinsichtlich Wirksamkeit und Erforderlichkeit nur auf Verdacht gehandelt wurde.

Verordnungsgeber hätte wissen können und müssen.

34) An dieser Stelle soll die Argumentation für eine kurze Erläuterung unterbrochen werden. Die nachfolgende Verhältnismäßigkeitsprüfung (bei der es sich, wie schon erwähnt, um ein hilfsweises Argument, nicht um ein obiter dictum handelt) wäre unter Effizienzgesichtspunkten sicher nicht erforderlich. Danach hätte die Urteilsbegründung sogar bereits nach den Abschnitten III. und IV. beendet werden können, da schon diese Argumente kaum angreifbar erscheinen. Allerdings erscheint die Frage der Verhältnismäßigkeit der Verhängung eines Ansammlungs-/Kontaktverbotes und des damit verbundenen Lockdowns zum Zeitpunkt Ende März 2020 von besonderem Interesse, da nicht selten zu hören ist, dass jedenfalls die Verhängung des Lockdowns im März 2020 durch den/die Verordnungsgeber vertretbar gewesen sei, weil man zum damaligen Zeitpunkt noch so wenig über das Virus und den Verlauf der Pandemie gewusst habe und die Prognosen einer drohenden massiven Überlastung des Gesundheitswesens mit katastrophalen Folgen nicht von der Hand zu weisen gewesen seien. Dabei scheint diese These ihrerseits oft nur zu verdecken, dass ihre Vertreter auch jetzt nicht wissen, was man im März 2020 hätte wissen können und als Verordnungsgeber hätte wissen müssen, bevor über den Lockdown entschieden wurde. Diese Frage ist keinesfalls nur von historischem Interesse, da sich Situationen wie im März 2020 ohne weiteres in der Zukunft wiederholen können und sich dann erneut die Frage stellen kann, ob und auf welcher Entscheidungsgrundlage die Exekutive das öffentliche Leben stilllegen kann. Dies erscheint auch deshalb umso wichtiger, als die Erfahrung der letzten 13 Monate zeigt, dass der Weg in eine Lockdown-Politik hinein wesentlich leichter ist als der Weg aus der Lockdown-Politik heraus – um es zurückhaltend zu formulieren. Daher soll an dieser Stelle auch die Frage der Verhältnismäßigkeit des allgemeinen Kontaktverbotes (und des Lockdowns) zum Zeitpunkt des Erlasses der Verordnung erörtert werden.

Gericht prüft selbst

37) Ist eine in Einzelheiten überprüfbare Verhältnismäßigkeitsprüfung dagegen nicht bekannt, weil sie entweder nicht schriftlich niedergelegt wurde oder gar nicht stattgefunden hat, bleibt dem Gericht kaum etwas anderes übrig, als in einem ersten Schritt auf der Grundlage des ex ante verfügbaren Wissens die Verhältnismäßigkeit am Maßstab eigener Einschätzungen und Bewertungen zu prüfen.

Datenlage eindeutig, Schluss zwingend

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