Boris Reitschuster berichtet: Das RKI, seine Abteilungsleiter und die PCR-Test-Geschäfte

„Das bedeutet: Ein Unit-Leiter im Robert-Koch-Institut, der für „Laborunterstützung“ zuständig ist, ist gleichzeitig Gesellschafter einer Firma, die mit „Standards für PCR“ Geschäfte macht. Auf Anfrage bestätigte der Senat Luthe, dass die Firma, deren Miteigentümer der hochrangige RKI-Mitarbeiter ist, auch in einer Geschäftsbeziehung zur Charité steht – also dem Haus von Prof. Christian Drosten (siehe Senats-Antwort unten).

In der Bundespressekonferenz schilderte ich heute diesen Sachverhalt und fragte den Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Hanno Kautz,  wie die Bundesregierung solche Verbindungen im Hinblick auf „Compliance“ werte. Kautz antwortete: „Herr Reitschuster, wie Sie sich denken können, habe ich keine Antwort auf so eine abseitige Meldung!“. „Warum finden Sie das abseitig, das sind bestätigte Fakten“, fragte ich nach. Kautz sagte daraufhin, er werde die Antwort gegebenenfalls nachliefern.

Eine Kollegin schrieb mir, der einzige zu diesem Zeitpunkt verfügbare Stream bei der Welt sei genau im Moment meiner Frage unterbrochen gewesen, die Frage war nach ihrer Auskunft nicht vernehmbar. Ich hoffte zunächst, da handelt es sich um ein konkretes Problem bei ihr, und bei anderen Empfängern gab es keine technischen Probleme und auch andere Übertragungsmöglichkeiten. Eine Überprüfung ergab: Die Frage wurde bei „Welt“ tatsächlich herausgeschnitten, nur die ersten Sätze sind zu hören, auch die Antwort fehlt (siehe hier). Bei Phoenix war die Bundespressekonferenz zunächst nicht auf YouTube zu finden, auch als dieser Artikel online ging. Inzwischen ist sie dort aber erschienen.

Die betreffende Stelle ist dort online, Sie finden Sie hier. Bei Phoenix fehlen dafür aber meine kritischen Fragen zur Demo in Leipzig und zu innerdeutschen Grenzkontrollen (später dazu mehr).“