Antje S. in Facebook heute:

„Es gibt Dinge im Leben, mit denen man nicht fertig wird. Bei mir ist es das Trauma, dass Mama eines Tages gegenüber bei ihrem Liebhaber wohnte und mich mit Papa allein ließ, der dann durchdrehte. Ich suchte notgedrungen Unterschlupf beim Bruder. Hatte kein Geld, kein gar nichts. Ging zum Sozialamt und flehte um Unterstützung. Wurde behandelt wie Abschaum („Muss das wirklich sein mit dem Abitur? Und sie sind mittellos? Das stimmt doch auch, oder ?“). Ein Jahr nach dem Abi bekam ich vom Deutschen Staat 82 DM Schülerbafög. Ich habe mein Leben lang gearbeitet, keinen müden Cent Kredit bezogen in 25 Jahren Selbständigkeit, unglaublich viel Einkommen- und Umsatzsteuer abgedrückt. Gerade muss ich den Staat um einen Gründerzuschuss anflehen. Während ich das Geld abhebe, damit ich meinen Gutachter bezahlen kann, stehen somalische Flüchtlinge hinter mir Schlange, um sich von ihrem Konto zu bedienen, dass durch Menschen wie mich möglich gemacht wird. Und ich könnte heulen, heulen, heulen.“