Töten im Namen Gottes?

„#Netzfund
»Töten im Namen Allahs«

Hat die islamische Theologie eine Handhabe, um Gewalttaten, die im Namen Allahs begangen werden, prinzipiell zu verurteilen?
Nein – der Islam müsste sich erst in seiner religiösen Substanz wandeln.

„Sie schneiden Ihnen den Kopf ab.“

Für den Scheich Bassam Ayaschi ist Daisch/Daesch/IS die Ausgeburt des Teufels: „Ihr Islam hat mit dem Islam nichts zu tun.“
Die Daisch/Daesch/IS ist bekannt für grenzenlose Brutalität gegen alle, die mit ihrer rigiden Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts, nicht konform gehen.

Offizielle muslimische Stimmen, die diesen Terror verurteilen, sind wenige zu hören. Und wenn, dann richten sie sich nur gegen die schockierende und für den Islam imageschädigende Brutalität des Vorgehens, nicht gegen dessen Prinzip, oder sie verwickeln sich in Widersprüche.

Die Daisch/Daesch/IS handelt genau nach dem in der Geschichte wiederkehrenden Muster kriegerischer islamischer Expansion. Das Vorbild ist Mohammed selbst. Legitimationsgrundlage sind der Koran und das islamische Recht, die Scharia.

Für den Islam sind Nichtmuslime keine vollwertigen Menschen. Denn islamischer Lehre gemäss ist der Mensch von Natur aus Muslim, die menschliche Natur selbst, die «fitra», ist muslimisch. Nichtmuslime sind folglich Abtrünnige, «denaturierte» Menschen. Im Islam kann es deshalb keine prinzipielle Gleichheit aller Menschen aufgrund ihrer Natur und kein für alle – unabhängig von der Religionszugehörigkeit – geltendes Naturrecht geben. Der Islam akzeptiert die modernen Menschenrechte immer nur unter dem Vorbehalt der Bestimmungen der Scharia.

Deshalb kann sich gerade der «wahre Islam» nicht in die Moderne integrieren.

Der Islam müsste sich für solche Selbstreinigung – gerade umgekehrt – von seiner Gründungsidee distanzieren, sein politisch-religiöses Doppelwesen aufgeben und sich damit in seiner religiösen Substanz verändern. Solange das nicht geschieht, wird es immer nur eine Frage der konkreten politischen Konstellation sein, ob und in welcher Form er sein gewalttätiges Gesicht zeigt.“

Quellen:

nzz.ch
DiePresse.com